Im neueröffneten Museum in Aguntum kann man dank modernster Technik in die Welt der alten Römer eintauchen.
So muss sich Cornelius Crispinus gefühlt haben, als er vor 2.000 Jahren in seine Heimatstadt Aguntum, im heutigen Osttirol gelegen, zurückkehrt ist. Mit stolz geschwellter Brust, die Zügel des Streitwagens in der linken Hand fuhr er nach seinem jahrelangen Dienst in der Leibwache des Kaisers durch das 10 Meter breite Stadttor in die lebendige Handelsstadt ein.
Dank modernster Technik kann das Gefühl einer Fahrt im Streitwagen durch die Römerstadt nun hautnah nachempfunden werden. Im nagelneuen Museum „Aguntum Stadt“ lenkt man seinen Streitwagen anstatt mit Zügeln mit dem Joystick durch die virtuell wieder auferstandene Stadt.
Gleich hinter dem Stadttor führt die Einfahrtsstraße durch das ausgedehnte Handwerkerviertel, in dem fleißig gehämmert und gearbeitet wird. Neugierige Blicke der Bewohner, Kinderlachen von rechts, Schmiedegeräusche von links verstärken die schon fast perfekte Illusion.
Die gepflasterte Straße führt direkt zum sozialen Zentrum der Stadt, der Therme. Da die alten Römer wussten, wie es sich stilgerecht entspannen lässt, war die Therme nicht nur mit feinstem Marmor sondern auch mit einer Fußbodenheizung ausgestattet.
Die archäologische Sensation dieser einzigen Römerstadt Tirols wurde aber nicht in der Therme, sondern im Atriumhaus entdeckt. Noch nie wurde so weit nördlich von Pompeji ein derartiges Bauwerk gefunden.
Vor allem das Marmorbecken aus dem Eingangsbereich ist hervorragend erhalten. Auch das Atriumhaus kann man, natürlich erst nachdem man seinen Wagen vor der Türe geparkt hat, virtuell betreten und die farbenprächtige Ausstattung bewundern
Die Eindrücke des anschließenden Besuchs des 1.500 m2 großen Museums und der Besuch der freigelegten Stadt, deren Dimensionen man besonders gut vom 18 Meter hohen Aussichtsturm erfassen kann, verschwimmen mit den virtuellen Erfahrungen zu einem runden Bild über diese erste Hochkultur in den Alpen.
Wer damit auf den Geschmack von wohltuender Erholung gekommen ist, kann sich im nahe gelegenen Strandbad Tristacher See oder in einem der acht Osttiroler Wellnesshotels stilvoll wie die alten Römer entspannen.