Eine faszinierende Naturlandschaft zeigt sich den Besuchern des Nationalpark Hohe Tauern.
Die Hohen Tauern zählen zum schönsten Gebirgsstock im gesamten Alpenbogen. Ihre Besonderheit ist der bunte Wechsel zwischen der hochalpinen Naturlandschaft und eine von Menschen geprägte Kulturlandschaft. Steil abfließende Gletscherbäche bilden die ökologische Klammer inmitten der höchsten Alpinregion mit dem „Ewigen Eis“, den Keesbergen und den tief darunterliegenden, besiedelten Tallagen. Sie sind ein Wesensmerkmal und damit für dieses Hochgebirge von enormer Bedeutung.
Mit dem Nationalpark Hohe Tauern ist es gelungen, ein einzigartiges und beeindruckendes Gebiet in all seinen Erscheinungsformen für künftige Generationen zu bewahren.
Drei Bundesländer haben Anteil am Nationalpark, der mit knapp 1.800 Quadratkilometer Fläche den größten Mitteleuropas darstellt. Auf den Tiroler Anteil, der sich über die gesamte Tauern-Südabdachung innerhalb Osttirols erstreckt, fallen 610 Quadratkilometer.
Mächtige und großflächig vergletscherte Gebirgszüge, darunter die Großvenediger, und die Großglocknergruppe schirmen den Süden vom Norden ab. Das erklärt auch das vorherrschende milde Klima mit wenig Regen, aber viel Sonnenschein. Bis in die höchsten Regionen reicht die natürliche Vegetationsdecke mit ihrem bunten Pflanzenkleid. Der Gletscherhahnenfuß, eine Blütenpflanze des Hochgebirges, kommt sogar noch auf 3.500 Höhenmeter vor und hält extremsten Lebensbedingungen stand.
Der Nationalpark Hohe Tauern gliedert sich in eine Kern- und Außenzone. Die Kernzone umfasst das hochalpine Urland mit seiner weiten Vergletscherung und der bizarren Felsregion, die von einer kargen Rasen- und Polstervegetation umgeben ist. Ein idealer Lebensraum für Steinbock, Adler , Murmeltier, Schneehasen und viele andere. Hier ist jeder Eingriff in die Gesamtheit des Naturhaushaltes untersagt - die natürliche Entwicklung hat Vorrang: In der Außenzone hingegen soll das von den Bergbauern über Jahrtausende naturnah gestaltete Kulturland erhalten bleiben. Steile Bergmähder, die heute noch in harter Arbeit genutzt werden, garantieren den Fortbestand vieler, seltener Gebirgsblumen, und auch welche Almböden, auf denen das Weidevieh bestes Futter findet, gehören zum Nationalpark. Geht es nach Erkenntnissen von Fachleuten, dann ist genau diese Symbiose die Voraussetzung, die der Wandertourismus braucht.
Für Naturliebhaber steht der Nationalpark offen. Ein weitläufiges Wanderwegnetz mit entsprechenden Versorgungseinrichtungen erschließt das Gebiet. Viele Naturlehrwege laden zur intensiven Beschäftigung mit der Natur ein.
Alles Wissenswertes erfahren sie in den Informationszentren, in den Museen oder von den Nationalparkrangern, die für Wanderführungen oder Vortragsabende ständig bereit stehen. Besuchenswert ist auch das Nationalparkhaus in Matrei mit einer interessanten Multimedia-Ausstellung über die Natur und Kultur im Nationalpark Hohe Tauern mit Audio Guide System, einem Shop und weiteren Informationen aus erster Hand.
Den Sinnen wieder einen Sinn geben, der Natur mit entsprechendem Respekt begegnen soll das Leitmotiv für eine Entdeckungsreise in den Nationalpark Hohe Tauern sein. Rastend am Bach verweilen, den kreisenden Adler beobachten oder dem Pfeifen des Murmeltiers zuzuhören, mag der beste Weg sein, um zu sich selber zu finden.